Versicherungen: Auf das Kleingedruckte kommt es an

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Fast jeder hat mehrere Versicherungen. Haushalt, KFZ, Unfall- und Rechtsschutz, eventuell noch eine Reiseversicherung und einige mehr. Man fühlt sich rundum abgesichert und merkt erst im Fall der Fälle ob das auch wirklich zutrifft.

Doch dann ist es natürlich bereits zu spät. Ein nicht gedeckter Schaden kann durchaus existenzgefährdend sein! Und das kommt öfter vor als man denkt. Aber man selbst ist ja korrekt versichert, oder doch nicht?

Naturkatastrophen verursachen immer höhere Schäden, Häuser können binnen Minuten unbewohnbar werden. Ein Autounfall ist schnell passiert, der Schaden kann mehrere Tausend Euro betragen. Und wann genau greift die Rechtsschutzversicherung eigentlich?

Die Versicherungsdetails sind zumeist im Kleingedruckten versteckt. Und das sind nicht selten mehrere Seiten Text, die auch noch von Juristen verfasst wurden. In der Praxis läuft es dann so ab, dass man sich auf das verlässt, was einem der Versicherungsvertreter sagt. Ob dieser sich an Zusagen auch noch erinnern kann und will, wenn ein Schaden eingetreten ist, ist eine andere Frage.

Vollkasko

Wer eine KFZ-Vollkakso-Versicherung abgeschlossen hat, sollte ruhig schlafen können. Denn egal ob selbst verschuldeter Unfall oder Vandalismus, eigentlich sollte jeder Schaden gedeckt sein. Allerdings gibt es Ausnahmen die kaum jemand kennt!

So sind z.B. Schäden „die mit Aufruhr, inneren Unruhen, Kriegsereignissen, terroristischen Straftaten (§ 278c Abs. 1 StGB), Verfügungen von hoher Hand und Erdbeben ursächlich zusammenhängen“ grundsätzlich nicht abgedeckt!
Und falls Sie sich jetzt fragen, was „terroristische Straftaten“ nun exakt sind, die Antwort findet man auf Jusline.at

Kurz gesagt: Schäden die durch Erdbeben, Krieg, Terror oder einen Atomunfall an einem Fahrzeug verursacht wurden, bekommt man nicht ersetzt.

Ebenfalls nicht bezahlt werden Schäden „die durch den Einfluss ionisierender Strahlen im Sinne des Strahlenschutzgesetzes vom 8. Juli 1969, BGBl.Nr. 227/69, in der jeweils geltenden Fassung entstehen.“

Außerdem ist der jeweilige Selbstbehalt zu beachten. Grundsätzlich kann man sagen: Umso günstiger die monatliche Prämie ist, desto höher ist der Betrag, der im Schadensfall selbst bezahlt werden muss. Bis zu 500 EUR sind durchaus üblich! Wird einem also der Außenspiegel abgeschlagen oder der Reifen aufgeschlitzt, kann es durchaus sein, dass man den Schaden komplett selbst bezahlt.

Gebäudeversicherung

Mure oder Hangrutschung? Wenn man vor den Trümmern seines Hauses steht, macht das für einen im ersten Moment wohl keinen Unterschied. Aber sehr wohl für die Versicherung. Denn während Schäden durch Muren zumeist nicht gedeckt sind, ist das bei Schäden durch Hangrutschungen durchaus der Fall.

Haushaltsversicherung

Auch die einfache Haushaltsversicherung macht öfter Probleme als man annehmen würde. So z.B. bei einem Brand.

Lässt man eine brennende Kerze unbeaufsichtigt herumstehen kann die Haushaltsversicherung einen möglichen Schaden übernehmen. Oder auch nicht! Sollte sich im Vertrag eine Klausel bzgl. „Fahrlässigkeit“ oder eine ähnliche Formulierung befinden, schaut es für den Versicherungsnehmer eher schlecht aus.

Im Zweifel kommt es zum Rechtsstreit in dem geklärt werden muss, wo die Fahrlässigkeit beginnt. Darf man kurz das Zimmer verlassen? Oder für ein paar Minuten das Haus? Besser man lässt es erst gar nicht darauf ankommen!

Tipps

  • Verlassen Sie sich nur auf das schriftlich vereinbarte, mündliche Zusagen sind nichts wert.
  • Lassen Sie sich unverständlich formulierte Klauseln schriftlich erklären.
  • Holen Sie mehrere Angebote ein. Oftmals bekommt man für den gleichen Preis eine höhere Deckungssumme oder zusätzliche Leistungen.
  • Verhandeln zahlt sich aus. Versicherungsvertreter erhalten zumeist Provisionen für abgeschlossene Versicherungen. Bis zu 20% Rabatt sind durchaus drin!

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