Test: Wie gut ist SumUp wirklich?

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Wer ein kleines Unternehmen betreibt, kommt ohne Kartenzahlung kaum noch aus. Dafür wiederum benötigt man einen zuverlässigen Zahlungsanbieter mit gutem Support und geringen Kosten. Genau das verspricht „SumUp“. Doch wie gut ist der Anbieter wirklich? Wir haben es uns angesehen!

Tatsächlich waren wir selbst auf der Suche nach einem Terminal für Kartenzahlungen und einem entsprechenden Zahlungsanbieter. Bei der Suche sind wir auf die Firma „SumUp“ gestoßen. Die Werbung auf der Firmenwebseite klingt sehr vielversprechend. Zu lesen ist dort:

SumUp ist der führende Mobile Point of Sale (mPOS) Anbieter in Europa. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und ist seit August 2012 in Österreich präsent.

Mit SumUp können Händler einfach, sicher und günstig Kartenzahlungen mit ihrem Smartphone oder Tablet akzeptieren. Mit dem mobilen SumUp Kartenleser und der dazugehörigen App für iOS und Android lässt sich ein Smartphone oder Tablet im Handumdrehen in ein Kartenterminal verwandeln.

SumUp ist in insgesamt 31 Ländern, inkl. Deutschland, Großbritannien und Brasilien aktiv und beschäftigt weltweit über 700 Mitarbeiter.

Das Unternehmen ist durch American Express, Groupon, BBVA Ventures und andere namhafte Venture Capital Firmen finanziert.

https://sumup.at/uber-uns/

Im Vergleich mit anderen Zahlungsanbietern klang alles sehr gut. Darum haben wir uns für SumUp entschieden. Was unsere eigenen Erfahrungen mit der Firma sind, fassen wir in mehreren Kapiteln zusammen:

Kauf des Terminals

3 verschiedene Terminals stehen zur Auswahl. Das kleinste „SumUp Air“ funktioniert nur in Verbindung mit einem Smartphone und verfügt nicht über einen Bondrucker, kam für uns daher nicht in Frage. Wir wollten eine möglichst einfache Lösung inkl. Belegdruck.

Auch das mittlere Gerät „Solo“ bietet keinen Belegdruck, kommt aber zumindest ohne Smartphone aus, da es eine eigene SIM-Karte integriert hat.

Wir entschieden uns für das größte Terminal. Es besitzt sowohl eine eigene SIM-Karte als auch einen Bondrucker und kann über USB betrieben bzw. geladen werden.

Die Geräte kann man direkt auf der Webseite bestellen. Oder bei OBI kaufen. Ja, in einem Baumarkt, richtig gelesen. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen, doch hatten wir beim Kauf von Schrauben, Fliesen und Werkzeug noch nie das Bedürfnis, auch gleich noch ein Kartenterminal zu besorgen.

Übrigens: Auch andere Händler bieten die Kartenterminals von SumUp an. Darunter Conrad, Media Markt und Pagro.

Verwirrung bei den Kosten

Eine der wichtigsten Fragen sind natürlich die Kosten. Hier zeigt SumUp gewaltige Schwächen!

Das von uns bevorzugte Kartenlesegerät „3G+ mit Bondrucker“ kostet 129,99 EUR mit Mwst. Nein, 149,00 EUR ohne Mwst., halt doch nicht, es sind 129,00 EUR ohne Steuer.
Das finden Sie verwirrend? Wir auch!

Bei Obi sollen wir 149,99 EUR inkl. Steuer bezahlen, in Aktion sind es „nur“ 129,99 EUR. Und was verlangt der Anbieter auf seiner eigenen Webseite? Das kommt darauf an, wo man schaut.

  • 149 Euro zzgl. MwSt. sind es auf https://sumup.at/3g-pos-terminal/
  • 129 Euro zzgl. MwSt. sind es auf der Startseite https://sumup.at/
  • 129 Euro zzgl. MwSt. sind es auf der deutschen Webseite https://sumup.de/3g-kartenlesegeraet/

Wir entschieden uns für den Kauf bei OBI, denn dort war das Gerät direkt im Markt lagernd, wir mussten also nicht auf die Zustellung warten. Außerdem war es mit einem Nettopreis von 108,32 Euro auch noch deutlich günstiger als bei SumUp selbst.

Zahlungsgebühren? Nächste Verwirrung!

Laut OBI und SumUp ist alles sehr einfach. Es gibt keine Grundgebühr, keine anderen monatlichen Fixkosten. Weiter heißt es bei OBI:

Pro Zahlung mit EC-Karte zahlen Sie nur 0,9 % und 1,9 % pro Zahlung per Kreditkarte.

https://www.obi.at/netzwerktechnik/sumup-kartenlesegeraet-3g-payment-kit-mit-bondrucker/p/2336311

Kurz nach dem Kauf schauten wir uns die Webseite von SumUp noch einmal genauer an. Eigentlich wollten wir uns registrieren, doch da fiel uns etwas auf:

Interessant: Auf der deutschen Webseite werden die Transaktionskosten am 31.08.2022 mit 0,9 und 1,9 Prozent angegeben. Sollen wir Österreicher hier einen Aufschlag zahlen oder ist alles nur ein Fehler?

Was stimmte nun? Der Unterschied von 0,05 Prozent bei EC-Zahlungen fällt quasi nicht ins Gewicht. Aber 0,6 Prozent bei Kreditkartenzahlungen können über das Jahr gerechnet schon einen höheren Betrag ausmachen. Daher wollten wir es genauer wissen. Zeit den Support zu kontaktieren!

Support? Naja…

Einen Kontakt-Button sucht man im Menü der Startseite des Unternehmens vergeblich. Nur ganz unten im Footer ist ein Link vorhanden… der einem Interessenten jedoch nicht weiterhilft.

Eine Hotline gibt es nicht. Der Chat steht nur registrierten Kunden zur Verfügung. Offizielle Email-Adressen gibt es nur für Fragen zum Datenschutz und für Behörden.
Das Support Center wiederum kann zwar viele Standardfragen (FAQ) beantworten, uns half es jedoch nicht weiter. Daher entschieden wir uns für eine Anfrage über die im Impressum angegebene Email-Adresse. Ironie pur: Sie lautet support@sumup.at.

Binnen 2 Stunden hatten wir eine Antwort. Anrede: „Lieber Sir/Madam,“
Alles klar… die Email kam ganz sicher nicht aus Österreich bzw. Deutschland.
Man bestätigte uns die geringeren Transaktionsgebühren. Der Rest waren Textbausteine wie sie viele Unternehmen bei Anfragen verwenden.

Auf unsere Nachfrage (samt Screenshot), warum die Kosten dann abweichend angegeben werden, kam am nächsten Tag folgende Antwort:

Wir möchten Sie darüber informieren, dass die Gebühren von Land zu Land variieren können, aber Ihnen werden nur die Gebühren für das Land berechnet, in dem Ihr SumUp Profil registriert ist.

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns über den Live-Chat zu kontaktieren und unser Online-Support-Center zu besuchen.

SumUp Support-Team Deutschland

Die jeweiligen Antworten scheinen durch einen Übersetzer gejagt worden zu sein und widersprechen sich. Kompetent und Kundenfreundlich ist das nicht! Gerade wenn es ums Geld geht, erwarten wir uns klare Auskünfte.

Tatsächliche Kosten

Sieht man sich die einzelnen Länder-Webseiten von SumUp an, erkennt man die teils stark von einander abweichenden tatsächlichen Transaktionskosten für EC- und Kreditkartenzahlungen. Hier ein kleiner Auszug:

  • Österreich: 0,95 / 2,50 Prozent
  • Deutschland 0,90 / 1,90 Prozent
  • Schweiz: 1,50 / 2,50 Prozent
  • Tschechien: 1,95 / 1,95 Prozent
  • Frankreich: 1,75 / 1,75 Prozent

In der Schweiz bezahlt man übrigens für die verfügbaren Terminals jeweils etwa 20 Euro mehr als in Österreich.

Eine Grundgebühr gibt es nicht, ebenso keinen Mindestumsatz. Auch sonstige Gebühren werden nicht verrechnet. Vergleicht man das mit anderen Anbietern, liegt SumUp im Mittelfeld, bietet dafür aber zusätzliche Services, die andere Zahlungsanbieter nicht bieten.

Registrierung

Die Account-Registrierung ist sehr einfach gehalten. Zuerst gibt man auf der Webseite seine Email-Adresse und ein selbst gewähltes Passwort ein.

Danach werden die üblichen Daten zur Firma abgefragt. Im nächsten Schritt gibt man seinen Namen und das Geburtsdatum ein. In Schritt 3 nennt man seine Kontodaten.

Zum Abschluss muss man nur noch einen Verifizierungscode per SMS anfordern. Der kam in unserem Fall bereits nach 20 Sekunden auf das Handy. Nach der Eingabe auf der Webseite, gelangt man sofort in die Kontoübersicht.

Im Dashboard kann man viele Einstellungen selber festlegen, darunter auch, wie häufig die erzielten Umsätze ausgezahlt werden sollen.
Außerdem hat man eine gute Übersicht über Umsätze, Gebühren und einiges mehr.

Des weiteren gibt es zusätzliche Funktionen, wie z.B. Zahlungslinks. Damit können Kunden Zahlungen tätigen, in dem man ihnen einfach einen Link zukommen lässt. Einfacher geht es kaum noch.

Sogar einen kostenlosen Onlineshop kann man anlegen. Ebenfalls möglich ist die Erstellung von Rechnungen.

Installation

Die Inbetriebnahme des Terminals ist kinderleicht. Auspacken, aufstellen und Akku laden. Die Bonrolle war bereits im Drucker unseres Geräts eingelegt. Wir mussten das Terminal nur noch einschalten.

Danach gibt man seine Emailadresse und das ausgewählte Passwort in das Terminal ein. Das Gerät sucht selbstständig nach Updates und ist binnen weniger Minuten einsatzbereit.

Fazit

Unser Start mit SumUp war etwas holprig und beinahe hätten wir uns für einen anderen Anbieter entschieden. Der Support für Interessenten sollte dringend verbessert werden!
Als registrierter Kunde steht einem neben dem Chat auch eine Hotline zur Verfügung. Dies erfährt man jedoch erst, wenn man sich bereits angemeldet hat.

Insgesamt sind wir mit dem Zahlungsanbieter sehr zufrieden. Einige wenige Kritikpunkte bleiben jedoch. Dazu gehört, dass man auf dem Kassenbon kein eigenes Logo hinterlegen kann, jedoch am unteren Ende das SumUp-Logo aufgedruckt wird. Deaktivieren kann man das nicht.

Auch die Smartphone-App ist durchaus verbesserungswürdig. Vor allem Ladefehler fallen negativ auf. Daher nutzen wir die App gar nicht, sondern erledigen alles über die Webseite. Diese ist sehr gut strukturiert und funktioniert einwandfrei.