Krisenvorsorge: Funk Kommunikation

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Auch in der heutigen Zeit mit Handys und Internet, spielt der Funkverkehr noch eine große Rolle. Das liegt vor allem daran, dass man auch ohne auf fremde Infrastruktur angewiesen zu sein, Gespräche über weite Entfernungen führen kann.

Es ist weder ein Vertrag nötig, noch sind Gebühren zu bezahlen. Und es gibt viele Nutzungsmöglichkeiten.

Einsatzzwecke

  • Kommunikation ist die Grundlage aller Zusammenarbeit
  • Klare Regeln sind notwendig
  • Jede Art der Kommunikation hat Vor- und Nachteile

Grundlagen

Unterschied zum Handy:

Beim mobilen Telefonat rufe ich eine bestimmte Person an, die den Anruf durch einen Klingelton signalisiert bekommt und sofern der angerufene abhebt, wird nur mit dieser einen Person ein Gespräch geführt. Dies funktioniert beim Funk komplett anders.

Man sendet seine Nachricht auf einer bestimmten Frequenz. Jeder der sich gerade auf dieser Frequenz und in Reichweite befindet, hört diesen Ruf und kann mitreden.

Zwar gibt es gewisse Möglichkeiten, das Signal zu verschlüsseln, dies ist jedoch auch zu umgehen und eignet sich nur, wenn der Gesprächspartner die gleiche Technik verwendet. Auch kann immer nur einer reden.
Durch das drücken des Sendeknopfes wird die Frequenz „blockiert“. Es kann also nicht gleichzeitig gesprochen werden!

Somit gilt der Grundsatz: Hören, Sprechen, Hören. Dies ist die ersten Versuche lang etwas ungewohnt aber hat auch Vorteile. Man lernt, wieder zuzuhören!

Reichweite

Die Entfernung, über die man mit einander sprechen kann, ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören:

  • Standort
  • Ausrüstung
  • Antenne
  • Wetter
  • Störungen

Frei erhältliche Handfunkgeräte (0,5WLeistung) funktionieren über eine Entfernung von etwa 5km. Vorausgesetzt, man hat keine Hindernisse zwischen sich und dem Gesprächspartner. Am besten funktioniert es am freien Feld, am schlechtesten innerhalb von Gebäuden.

Hochwertige Standgeräte aus dem Amateurfunkbereich können, mit entsprechender Antenne, über hunderte Kilometer kommunizieren.
Mehr dazu im Beitrag Amateurfunk!

Alphabet

Es wird beim Amateurfunk ausschließlich das Internationale (Nato) Alphabet genutzt. Dies ist auch beim privaten Funkverkehr sehr zu empfehlen. Schwer verständliche Wörter oder schwer auszusprechende Wörter sollten buchstabiert werden.

Die zu buchstabierenden Wörter werden zuerst normal gesprochen, dann folgt die Ankündigung „ich buchstabiere“ und die Durchgabe der einzelnen Merkwörter laut Buchstabiertabelle. Gleiche aufeinander folgende Merkwörter werden durch das Wort „nochmals“ getrennt.

Beispiel:
Schreibweise: Tipp
Sprechweise: Tango, India, Papa, Papa

Das Nato Alphabet als übersichtliche PDF Datei inklusive Morsecodes, kannst du hier downloaden:

Ziffern und Zahlen

Längere Zahlen werden zuerst wie üblich gesprochen und danach die einzelnen Ziffern der Zahl durchgegeben.Ziffern werden mit Ausnahme der Ziffer 2 – „zwo“ so durchgegeben, wie sie üblich gesprochen werden.

Beispiele:
Schreibweise: 739
Sprechweise: Siebenhundertneununddreißig; Sieben, Drei, Neun

Schreibweise: 20.05 Uhr
Sprechweise: Zwanzig Uhr Fünf; Zwo, Null, nochmals Null, Fünf Uhr

Gesprächsablauf

  • Laufende Gespräche nicht unterbrechen. Ausnahme: Gefahr im Verzug!
  • Fehler bei der Durchgabe von Nachrichten mit „Ich berichtige“ korrigieren und ab dem letzten Wort fortsetzen.
  • Wiederholungen (weil etwas nicht verstanden wurde) können mit „wiederholen“ angefordert werden.
  • Die Gegenstelle mit „kommen“ zum Melden auffordern.
  • Als Gegenstelle meldet man sich mit „hört“.
  • Funkgespräche werden mit „Ende“ beendet.

Ein kleines Beispiel zum Gesprächsaufbau:

Eigener Rufname: Sierra, Gesprächspartner: India.

„India von Sierra – kommen“ „Hier India“ / India hört – kommen“

Beispiel für das Gesprächsende:

„Wünsche noch einen schönen Tag – Ende“


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