Krisenvorsorge: Balkonkraftwerk

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Balkonkraftwerke sind steckerfertige Photovoltaikanlagen die auf kleinem Raum aufgestellt bzw. montiert werden können. Je nach Modell können sie mehrere hundert Watt an Energie erzeugen und direkt in das Stromnetz einspeisen.

Die Anlage besteht aus einem (oder mehreren) Solarmodul(en), einem Wechselrichter, Verbindungskabeln und einem Anschlusskabel mit Stecker.

Nach der Montage der Solarpanele müssen diese nur noch per Kabel mit dem Wechselrichter verbunden und das Anschlusskabel des Wechselrichters mit dem Stromnetz des Hauses verbunden werden. Moderne Systeme sind steckerfertig vorbereitet. Eine einfachere Methode aus Sonnenenergie Strom zu erzeugen existiert bisher nicht.

Jedoch ist dabei auch einiges zu beachten!

Daten und Fakten

  • Steckerfertig
  • Kann Stromkosten etwas senken
  • Haltbarkeit: bis zu 10 Jahre
  • Zusatzinfo: Balkonkraftwerke sind ohne Anpassung zumeist nicht für die Stromversorgung bei Stromausfall geeignet.

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Mit oder ohne Speicher?

Normalerweise werden Photovoltaikanlagen direkt mit dem Stromnetz verbunden. Das bedeutet, der erzeugte Strom muss nicht sofort genutzt werden, da er eingespeist und durch den Stromanbieter ein vereinbarter Betrag pro kWh gutgeschrieben wird, wenn gerade mehr erzeugt als verbraucht wird. Das wird z.B. der Fall sein, wenn unter Tags niemand zu Hause ist und die Sonne scheint. Bei Balkonkraftwerken ist eine direkte Verbindung jedoch nur sehr selten der Fall!

In den meisten Fällen wird der erzeugte Strom direkt in das Haus eingespeist. Wird mehr Strom erzeugt als direkt verbraucht, verschenkt man damit bares Geld. Denn eine Vergütung gibt es in aller Regel hierfür nicht! Doch das muss nicht sein.

Es besteht die Möglichkeit, Balkonkraftwerke mit einem Stromspeicher zu kombinieren. Technisch betrachtet ist das problemlos möglich. Allerdings lohnt sich die Anschaffung rein wirtschaftlich betrachtet nur auf lange Sicht! Ein 1 kWh Speicher kostet um die 1.000 Euro, ein komplettes Set mit Solarpanelen, Speicher und Wechselrichter ist ab etwa 2.500 EUR zu bekommen. Große Akku-Speicher mit 5 kWh oder mehr, sind nach wie vor sehr teuer, der Stromspeicher würde sich auch über die Jahre nicht amortisieren, es sei denn man kann hierdurch fast komplett auf Strom durch einen Anbieter verzichten.

Wer nur wenig Sonnenenergie speichern möchte, greift am besten zu einer einfachen Lösung, wie wir sie bereits gebaut haben. Oder man greift zu einer Powerstation.

Montage

Die Montage von Balkonkraftwerken kann auf verschiedene Arten erfolgen. Die Panele können z.B. an eine Wand oder einen Zaun geschraubt werden. Oder man stellt sie direkt auf den Boden. Entsprechende Halterungen bieten bereits viele Hersteller an.

Um die Sonnenenergie bestmöglich nutzen zu können, muss die Montage der Panele korrekt ausgeführt werden. Optimal ist eine exakt südliche Ausrichtung im Winkel von 30 bis 45 Grad. Die meisten Hersteller liefern entsprechende Montagesets gleich mit, oder bieten diese zumindest als Zubehör an. Jedoch kann sich ein Preisvergleich durchaus lohnen. Bei unserem Set sparten wir alleine an dem Panelhalter mehr als 100 EUR.

Natürlich dürfen sich im Bereich des Solarpanels keine Gegenstände befinden, die je nach Sonnenstand einen Schatten werfen könnten. Vor der Montage sollte man den ausgewählten Aufstellort also genau bedenken.

Rechtliche Vorgaben

Auch wenn Anschaffung und Montage recht unkompliziert sind und der Anschluss an das eigene Stromnetz kinderleicht ist, es gibt rechtliche Vorgaben die einzuhalten sind. Eventuell muss der Stromzähler ausgewechselt werden, hierfür können Kosten entstehen. In unserem Fall wären das laut Auskunft des Stromanbieters etwa 50 Euro, da wir noch einen analogen Stromzähler (Ferraliszähler) nutzen.

Österreich
Die Regeln für den Betrieb von Balkonkraftwerken in Österreich sind recht überschaubar.

  • Die Analgen dürfen maximal 800 Watt ins Stromnetz einspeisen.
  • Die Solaranlage muss beim Netzbetreiber gemeldet werden.
  • Es darf eine normale Haushaltssteckdose verwendet werden.

Deutschland
In Deutschland ist die Leistung auf 600 Watt begrenzt. Des weiteren darf das Balkonkraftwerk nur mit einem sogenannten „Wieland-Stecker“ an das Stromnetz angeschlossen werden. Dies gibt zumindest die VDE-Norm vor. Gesetzlich bindend ist diese Norm jedoch nicht!

Krisenvorsorge

Für die Krisenvorsorge besitzen Balkonkraftwerke zwar einen großen Nutzen, jedoch müssen sie dafür angepasst werden!

Korrekt funktionierende Wechselrichter schalten sich erst ein, wenn die Netzverbindung hergestellt ist. Oder anders formuliert: Bekommt der Wechselrichter keinen Strom aus der Steckdose, liefert er auch selbst keine Energie, egal wie stark die Sonne scheint. Genau das macht das Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall nutzlos. Allerdings kann man das relativ einfach ändern.

Am einfachsten ist es, wenn die Solarpanele des Balkonkraftwerks über genormte Anschlussstecker verfügen. So kann bei Stromausfall ein Solarregler direkt an die Panele angeschlossen werden um damit z.B. eine 12 V Batterie zu laden oder einen Wechselrichter zu betreiben. Noch besser ist es, die Solarpanele an eine Powerstation anzuschließen, da diese den Strom direkt speichern und über diverse Anschlüsse wieder ausgeben können.