Irrsinn: 160 Tonnen Kerosin abgelassen

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Umwelt- und Klimaschutz beherrschen die Nachrichten. Pendler werden schief angesehen, jedes Gramm CO2 wird argwöhnisch unter die Lupe genommen. So mancher traut sich seinen bösen SUV kaum noch aus der Garage holen, aus Angst ein Klimaaktivist könnte ihm die Luft aus den Reifen lassen, oder sich am Fahrzeug festkleben. Gleichzeitig werden 160 Tonnen Kerosin in die Umwelt abgelassen. Ein Irrsinn der so nicht weitergehen darf!

160 Tonnen Kerosin, also umgerechnet etwa 200.000 Liter dieses Kraftstoffs musste ein deutscher Regierungsflieger in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) bei 2 missglückten Startversuchen ablassen. Der Airbus 340 hatte Probleme mit den Startklappen bzw. einem dazugehörigen Sensor. 80.000 kg Kerosin mussten abgelassen werden um wieder sicher landen zu können.

Der erste Reparaturversuch schlug fehl. Noch einmal mussten 80.000 kg Kerosin kurz nach dem Start abgelassen werden.

Menge kaum vorstellbar

Zwar weisen Kerosin und Benzin nicht die exakt gleiche Energiedichte auf, doch ist sie durchaus vergleichbar. Man stelle sich vor, eine Firma würde auch nur 1.000 Liter Benzin in die Natur entleeren, der Aufschrei wäre – zu Recht – riesengroß. Eigenartigerweise scheint das die Medien bei 200.000 Liter rein gar nicht zu interessieren! Stattdessen spricht man von einer peinlichen Panne und einer verärgerten Außenministerin.

Lassen Sie uns die Menge einmal in Relation bringen. Mein Nissan Juke verbraucht im Durchschnitt 5,5 Liter auf 100 Kilometer. Das ist keine theoretische Herstellerangabe sondern der von mir errechnete Wert über knapp 2 Jahre.

Mit der hier binnen Minuten vergeudeten Menge an Treibstoff hätte mein Fahrzeug mehr als 3.600.000 Kilometer zurücklegen können! 3,6 Millionen!

Alles kein Problem?

Anstatt sich Gedanken zu machen wie diese unglaubliche Umweltsauerei zukünftig verhindert werden könnte, gab es sehr schnell die ersten Artikel die alles verharmlosten.

Sogenanntes „Fuel Dumping“, also das Ablassen von Kerosin durch Flugzeuge, kommt relativ häufig vor. Berichtet wird darüber jedoch eher selten. Ein Teil des Kraftstoffs verdunstet dabei bereits in der Luft. Laut verschiedenen Berichten erreichen noch etwa 8 Prozent der abgelassenen Menge den Boden. Im aktuellen Fall wären das 16.000 Kilogramm. Allerdings hängt die tatsächliche Menge von Flughöhe, Wetter und Temperatur ab.

Kerosin besteht aus mehreren hundert Substanzen. Es gilt als umweltgefährdend und gesundheitsschädlich, ja sogar krebserregend! Dennoch bemühen sich sogenannte Experten zu betonen, für Mensch und Umwelt gäbe es keinerlei Gefahren.

Es konnte doch niemand wissen…

Nun ist das Ablassen von Treibstoff nur in Notsituationen erlaubt. Es war also notwendig. Punkt! Oder etwa nicht?

Würde mein Fahrzeug mit einer tropfenden Ölwanne herumfahren, ich würde kein Prüfgutachten erhalten. Dafür jedoch wohl recht schnell einen Strafzettel und eine Anzeige wegen Umweltverschmutzung. Und wie sieht das bei Flugzeugen aus? Schließlich ist hier die Gefahr für Menschen und und die Umwelt um ein vielfaches höher.

Ein Defekt kündigt sich natürlich nicht immer an und kann durchaus passieren. Auffällig ist jedoch, wie häufig deutsche Regierungsflugzeuge für negative Schlagzeilen sorgen. Und hier insbesondere der A 340. Immer wieder stranden Politiker wegen technischer Probleme, müssen Termine verschieben oder ganz absagen. Von „es konnte ja niemand ahnen“ kann hier also keine Rede sein! Medien titeln bereits mit „Pleiten, Pech und Pannen“ und „Ist die Pannenserie normal?“.

Fazit

Die Medien schweigen zu dem Thema. Hat man etwa Angst es sich mit der Bundesregierung zu verscherzen? Oder ist das Thema nicht interessant genug?

Egal, ein paar Tonnen Kerosin sind offensichtlich nicht so dramatisch. Stattdessen gängelt man Autofahrer mit CO2 Steuern und Abgaben. Da geht es ja schließlich um die Umwelt…