Die kleinste Werkstatt der Welt

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Alles begann mit einem eigentlich recht einfachen Wunsch. Wir wollten eine kleine Werkstatt mit Platz für die wichtigsten Geräte und einer Werkbank zum basteln und reparieren. Da gab es nur ein kleines Problem…

Wir lebten in einer kleinen Wohnung ohne Garten. Unser Kellerabteil war winzig. Eine Werkstatt zu Hause hätte sich also nicht realisieren lassen. Eine kleine Werkstatt anzumieten wäre zu teuer gewesen. Daher suchte ich nach einer anderen Lösung.

Beim sortieren alter Fotos erinnerte ich mich an unseren alten Verkaufsanhänger. Ein Gedanke führte zum nächsten und schon war Plan B geboren. Könnte man die Werkstatt nicht einfach in einem Anhänger unterbringen? Den Anhänger hatten wir zwar nicht mehr, aber das konnten wir ja ändern.

Natürlich war noch einiges mehr an Planung notwendig. Welche Geräte musste und wollte ich haben, wie sollten diese mit Strom versorgt werden, würde der Platz überhaupt reichen um vernünftig arbeiten zu können? Es gab viel abzuklären. Und dann war da noch die Kostenfrage.

Daten und Fakten

  • Komplette Werkstatt auf nur 6 m²
  • Autarke Energieversorgung
  • Günstiger als gedacht
  • Zusatzinfo: Unser Projekt ist auch für die Krisenvorsorge sehr interessant.

Produkte

Mission Impossible?

Ein kleines Objekt mieten, eine Werkstatt einrichten, fertig. So hatte ich es mir zumindest gedacht. Nur klappte das halt leider nicht so einfach wie erhofft.

Das Objekt sollte nicht allzu weit vom Wohnort entfernt sein, schließlich wollte ich nach der Arbeit ab und an noch hinfahren. Natürlich musste das Mietobjekt auch als Werkstatt genutzt werden dürfen und leistbar sein. Einige Monate vergingen, aber das richtige war nicht dabei. Monatlich 800 EUR Miete für einen „Bastelraum“ mit 60 m² aber ohne Heizung? Sicher nicht! Die restlichen angebotenen Immobilien waren ebenfalls zu teuer oder nicht geeignet.

Die Suche nach einer anderen Wohnung entpuppte sich als Fiasko. Ein passenden Objekt war schnell gefunden, doch der Mietvertrag war unverschämt! Die Suche nach einem kleinen Haus verlief auch nicht gerade nach Wunsch. Ein neuer Plan musste her!

Plan B

Eigentlich brauchte und wollte ich gar nichts Großes, einfach nur einen Raum in dem ich Werkzeug lagern und arbeiten konnte. Die Lösung war so einfach, ich hatte sie nur noch nicht gefunden.

Beim sortieren alter Fotos erinnerte ich mich an unseren alten Verkaufsanhänger. Ein Gedanke führte zum nächsten und schon war Plan B geboren. Könnte man die Werkstatt nicht einfach in einem Anhänger unterbringen? In Gedanken war ich bereits am gestalten.

Natürlich war noch einiges mehr an Planung notwendig. Welche Geräte musste und wollte ich haben, wie sollten diese mit Strom versorgt werden, würde der Platz überhaupt reichen um vernünftig arbeiten zu können? Es gab viel abzuklären. Und dann war da noch die Kostenfrage.

Foto: Fellner Manfred

Günstiger als gedacht

Der Kaufpreis eines hochwertigen Verkaufsanhängers lag damals bei etwa 8.000 Euro. Mittlerweile sind die Preise leider stark gestiegen. Ein vergleichbarer Anhänger kostet jetzt etwa 11.000 EUR. Das klingt viel, doch die Kosten relativieren sich, wenn man alles berücksichtigt.

Einen 2. Stellplatz hatten wir kostenlos bei unserer Wohnung dabei. Versicherung und Wartung fallen auch nicht ins Gewicht. Rechnet man nun noch die Mietkosten für eine Werkstatt inkl. Versicherung, Heizung und sonstige Nebenkosten dagegen, ist so ein Anhänger relativ günstig und in unter 2 Jahren abbezahlt. Im Gegensatz zum gemieteten Raum gehört einem der Anhänger danach jedoch!

Da sowieso nicht viel Platz ist, halten sich auch die Ausgaben für die Einrichtung in Grenzen. Das alles klang richtig gut, es musste nur noch funktionieren.

Komplette Planung in 2 Tagen

Die erste Skizze machte ich auf Papier, dann folgte eine detaillierte Planung am PC. Da ich mir vorher schon genauer Gedanken gemacht hatte welche Geräte ich haben wollte, ging alles recht schnell.

Am wichtigsten war, den vorhanden Platz perfekt auszunutzen und einen passenden Anhänger zu finden. Auch das war nicht sonderlich schwierig. Schon nach 2 Tagen war die Planung abgeschlossen und ein Besichtigungstermin vereinbart.

Am Standort des Händlers gleich der erste Schock. Von außen sah der Anhänger so klein aus, da konnte was nicht stimmen. 2 Werkbänke, Regale, ein Generator, so vieles musste darin Platz haben. Wie sollte sich das alles ausgehen?

Zum Glück täuschte der erste Eindruck. Die uns übermittelten Maße stimmten. Innen hatte der Anhänger 3×2 Meter und eine Höhe von ca. 220cm. Das Gesamtgewicht konnten wir auf 1.200kg eintragen lassen, somit durften wir den Anhänger ohne Probleme mit unserem Fahrzeug ziehen.

Zusätzlich verfügte der Verkaufsanhänger ab Werk über Außensteckdose, Sicherungskasten, 230V Steckdosen und LED Innenbeleuchtung. Die Nachrüstung konnte ich mir also sparen. Der Kauf war damit nur noch Formsache.

Foto: Fellner Manfred

Einrichtung und Stromversorgung

Einige Wochen später konnte ich den Anhänger abholen und mit dem Ausbau beginnen.

2 Werkbänke, in L-Form angeordnet, waren als erstes dran. Das waren die größten Einzelteile, darum habe ich diese als erstes verbaut. Danach folgten Holzregale die wir selbst aus Latten zusammengebaut haben.

Schritt für Schritt nahm unsere „Kleinste Werkstatt der Welt“, so habe ich sie ab dem ersten Tag genannt, Form an. Insbesondere die Stromversorgung war uns wichtig. Die Idee war nämlich, möglichst ohne zusätzliche Energie von außen auszukommen.

Foto: Fellner Manfred
Foto: Fellner Manfred

Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber gar nicht.

Für den Notfall können wir den Anhänger mit einem einfachen Verlängerungskabel an jede 230V Steckdose anschließen. Ein entsprechender Anschluss samt Sicherungskasten war bereits vorinstalliert.

Zusätzlich haben wir noch einen kleinen Stromgenerator an Bord. Dieser wird mit Benzin betrieben und liefert 1.800 Watt Dauerleistung. Das ist mehr als genug für fast alle Geräte.

Hauptsächlich kommt die Energie aber von einer 12V Solarbatterie mit 160 Ah. Dafür haben wir erst Versuche mit einem „Solar-Testkoffer“ unternommen. Danach haben wir das Konzept auf den Anhänger übertragen. Mit unserer kleinen Solaranlage könnten wir niemals genug Strom erzeugen um alle Geräte zu betreiben, doch auch dafür haben wir eine Lösung gefunden. Und demnächst wollen wir noch Solarpanele am Dach installieren.

Die meisten Geräte werden über Akkus betrieben. Die laden wir dann wieder auf und so reicht die Energie auch noch für ein kleines Funkgerät, 2 Ventilatoren und eine 12V Beleuchtung. Trotzdem ist Stromsparen angesagt, der Verbrauch muss gut geplant sein.

Praxis und Roomtour

Der Anhänger war beinahe 3 Jahre ohne Probleme in Betrieb. Nur selten benötigten wir Strom vom Generator oder Verlängerungskabel. Das macht diesen Anhänger und das Konzept dahinter auch für die Krisenvorsorge interessant.

Auf nur 6 m² hatte ich tatsächlich alles untergebracht, konnte Reparaturen und Arbeiten durchführen so wie ich es mir gewünscht hatte. Den fertigen Anhänger zeige ich im verlinkten Video.

Update

Eigentlich wollte ich in der Werkstatt noch ein kleines Tablet verbauen. Gedacht war es um schnell mal eine PDF zu öffnen, Musik zu hören oder auch mal Emails abzurufen.

Ein älteres Lenovo Tablet mit Windows 10 sollte dafür noch locker reichen. Doch es kam ein bisschen anders… Erst gab es Probleme mit der Tastatur, dann streikte die Bluetooth-Verbindung und danach dauerte ein einfaches Update mehrere Stunden.

Das Ende vom Lied ist in nur 20 Sekunden im folgenden Video erklärt:


Kommentare

Eine Antwort zu „Die kleinste Werkstatt der Welt“

  1. […] kleines Solarmodul haben wir bereits seit einiger Zeit in unserer mobilen Werkstatt im Einsatz. Das ALLPOWERS®Solarmodul ist ebenfalls faltbar und leistet bis zu 100W. Doch es ist […]